% % Diplomarbeit mit LaTeX % =========================================================================== % This is part of the book "Diplomarbeit mit LaTeX". % Copyright (c) 2002, 2003, 2005 Tobias Erbsland, Andreas Nitsch % See the file main.tex for copying conditions. % \section{Glossare} \label{sec:glossar} Bei größeren Dokumenten, insbesondere zu komplexen Themen, kann es recht sinnvoll sein, Begriffe, die nicht jedem geläufig sind und oft benutzt werden, gesondert zu erklären. Selbst beim Schreiben einer Diplomarbeit kann es für den Autor selbst sehr sinnvoll sein, Begrifflichkeiten zu erklären, um sich selber vollständig über ihre Bedeutung klar zu werden. Dem Leser jedenfalls wird mit einem Glossar unter Umständen eine große (Verständnis-) Hilfe geboten und lästiges Durchsuchen der gesamten Arbeit nach einer Begriffserklärung wird vermieden. \vspace{1em} \\ Zum Erstellen eines Glossars gehören, wie beim Erstellen des Literaturverzeichnisses, prinzipiell drei Schritte. Im ersten Schritt werden die einzelnen Glossareinträge innerhalb des Textes angelegt. Durch einen \LaTeX-Lauf werden diese Glossareinträge in einer Datei mit der Endung ''.glo'' gesammelt, durch den Aufruf des Zusatzprogrammes \emph{makeindex} sortiert und in das \LaTeX - Dokument eingebunden. Durch einen weiteren \LaTeX - Lauf wird hiernach das fertige Dokument erzeugt. \vspace{1em} \\ Die Glossareinträge können an jeder beliebigen Stelle eines Dokumentes erstellt werden. Die Definition erfolgt durch den Befehl \texttt{glossary}: \begin{verbatim} \glossary{ name={Knochen}, description={Lieblingsspeise eines jeden Hundes. Besonderer Beliebtheit erfreuen sich Rinderknochen.} } \end{verbatim} Nach einem \LaTeX-Durchlauf werden die Zwischendateien mit den Endungen ''.glo'' und ''.ist''erzeugt, welche die aus den Dateien extrahierten Einträgen bzw. die Formatierungsbeschreibung des Glossars enthalten. Um diese Formatierung auf die extrahierten Einträge anzuwenden, wird das Programm \texttt{makeindex} benutzt, dessen Aufruf leider etwas langatmig ist. In der Windows-Eingabeaufforderung (Start $\rightarrow$ Alle Programme $\rightarrow$ Zubehör $\rightarrow$ Eingabeaufforderung) ist folgende Kommandozeile einzugeben: \begin{verbatim} makeindex -s diplomarbeit_akki.ist -t diplomarbeit_akki.glg -o diplomarbeit_akki.gls diplomarbeit_akki.glo \end{verbatim} Makeindex erzeugt eine Datei mit der Endung ''.gls'', in welcher das fertig formatierte Glossar enthalten ist. Dieses kann mit dem Befehl \begin{verbatim} \renewcommand{\glossaryname}{Glossar} \printglossary \end{verbatim} an jeder beliebigen Stelle der Diplomarbeit eingefügt werden und wird dort nach einem weiteren \LaTeX-Lauf ausgegeben. Das Kommando \texttt{renewcommand} dient an dieser Stelle dazu, die automatisch eingefügte Überschrift des Glossars neu zu setzen, da diese standardmäßig auf englich erscheint (''Glossary'') und bei einer deutschsprachigen Diplomarbeit besser in deutsch gehalten sein sollte. Ein Beispiel für das Einbinden eines Glossars findet sich in Listing \ref{subsec:listing_hauptdokument}, ein Beispiel für das Anlegen von Glossareinträgen in Listing \ref{subsec:zweites_kapitel} und zum automatisierten Ablauf des Übersetzungsvorganges wird auf die Batchdatei in Listing \ref{subsec:batchdatei} verwiesen. \subsection{Formatierungsmöglichkeiten des Glossars} Neben der Änderung der Glossarüberschrift gibt es noch weitere Einstellungen, mit denen man das Aussehen des Glossars beeinflussen kann. Folgende Einstellungen können im Header vorgenommen (s. Listing \ref{subsec:header}) werden und bestimmen, wie das glossary-Paket angewendet wird: \begin{tabular}{ll} style &Der Glossar-Stil. Mögliche Werte sind:\\ &\textbf{list}: stellt Begriffe (fettgedruckt) und Erklärung in einer Zeile dar.\\ &\textbf{altlist}: stellt den Begriff fettgedruckt dar, Erklärung folgt versetzt auf der nächsten Zeile\\ &\textbf{super}: nutzt die \texttt{supertabular}- Umgebung für das Glossar.\\ &\textbf{long}: nutzt die \texttt{longtable}- Umgebung für das Glossar (default).\\ header &Setzt die Überschriften der Begriffs- und Erklärungsspalten. Mögliche Werte sind:\\ &\textbf{none}: Spalten haben keine Überschriften (default).\\ &\textbf{plain}: Spalten haben Überschriften.\\ border &Rahmen um das Glossar. Mögliche Werte sind:\\ &\textbf{none}: Glossar ist nicht eingerahmt (default).\\ &\textbf{plain}: Körper des Glossars wird eingerahmt.\\ cols &Anzahl der Spalten des Glossars. Mögliche Werte sind:\\ &\textbf{2}: Die Begriffsbezeichnung ist in der ersten, Erklärung und zugehörige Seitenzahl in der zweiten Glossarspalte (default).\\ &\textbf{3}: Die Begriffsbezeichnung ist in der ersten, die Erklärung in der zweiten und die zugehörigen Seitenzahlen in der dritten Glossarspalte.\\ number &Die jedem Eintrag zugeordnete Nummerierung. Nummerierungen können sein:\\ &\textbf{page}: jedem Eintrag sind/ist die zugehörige(n) Seitenzahl(en) zugeordnet (default).\\ &\textbf{section}: jedem Eintrag sind/ist die zugehörige(n) Kapitelnummer(n) zugeordnet.\\ &\textbf{none}: es werden den Einträgen keine Nummerierung hinzugefügt.\\ toc &Legt fest, ob das Glossar in das Inhaltsverzeichnis aufgenommen werden soll:\\ &\textbf{true}: fügt das Glossar zum Inhaltsverzeichnis hinzu.\\ &\textbf{false}: fügt das Glossar nicht zum Inhaltsverzeichnis hinzu. \end{tabular} \vspace{1em} \\ Weitere Möglichkeiten Glossare nach eigenen Vorstellungen zu gestalten finden sich im Dokument ''glossary.dvi - glossary.sty: \LaTeX Package to Assist Generating Glossaries'' \footnote{Dieses Dokument befindet sich im Mik\TeX-Verzeichnis im Unterverzeichnis /miktex/doc/latex/glossary.}. Als durchaus optisch ansprechend und übersichtlich haben sich die Glossar- Einstellungen erwiesen, wie sie im Beispiellisting \ref{subsec:header} angeführt sind.