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<html>
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Handbuch der Java-Programmierung, 5. Auflage
</title>
</head>
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<td align="right">Handbuch der Java-Programmierung, 5. Auflage
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<td width="7%" align=center bgcolor="#DDCC99"><a href="../jdkdocs/api/index.html" onClick="this.href=getApiIndex()">&nbsp;API&nbsp;</a>
<td align="right">Kapitel 47 - Remote Method Invocation
</table>
<hr>


<!-- Section -->
<a name="sectlevel2id047001"></a>
<h2>47.1 Einleitung </h2>
<hr>
<ul>
<li><a href="k100299.html#sectlevel2id047001">47.1 Einleitung</a>
<ul>
<li><a href="k100299.html#sectlevel3id047001001">47.1.1 Prinzipielle Arbeitsweise</a>
<li><a href="k100299.html#sectlevel3id047001002">47.1.2 Einzelheiten der Kommunikation</a>
</ul>
</ul>
<hr>


<!-- Section -->
<a name="sectlevel3id047001001"></a>
<h3>47.1.1 Prinzipielle Arbeitsweise </h3>

<p>
Im vorigen Kapitel wurde die Netzwerkprogrammierung mit Hilfe von
Sockets und URL-Objekten erl&auml;utert. Dabei wurden im wesentlichen
Dienste verwendet, deren Aufgabe es war, <i>Daten</i> zwischen zwei
Netzwerkknoten zu &uuml;bertragen. H&ouml;here Anwendungen, wie etwa
das Kopieren von Dateien, die Manipulation von Verzeichnissen oder
das Starten von Programmen auf dem Server, wurden mit zus&auml;tzlichen
Anwendungsprotokollen wie FTP oder HTTP realisiert. 

<p>
Neben der reinen &Uuml;bertragung von Daten besteht eine weitere wichtige
Anwendung von Netzwerkstrukturen darin, Programmcode zu verteilen
und von unterschiedlichen Arbeitspl&auml;tzen im Netz aufzurufen.
Auf diese Weise k&ouml;nnen spezielle Aufgaben einer Applikation (wie
etwa der Datenbankzugriff oder die Kommunikation mit externen Systemen)
an geeignete Server delegiert und so die Applikationslast gleichm&auml;&szlig;iger
verteilt und die Skalierbarkeit des Systems erh&ouml;ht werden. 

<p>
Mit RMI (<i>Remote Method Invocation</i>) stellt das JDK seit der
Version 1.1 einen Mechanismus zur Verf&uuml;gung, der es erm&ouml;glicht,
Objekte auf einfache Weise im Netz zu verteilen und ihre Dienste anderen
Arbeitspl&auml;tzen zur Verf&uuml;gung zu stellen. Die prinzipielle
Arbeitsweise von RMI l&auml;&szlig;t sich wie folgt skizzieren (siehe
<a href="k100299.html#rmi1">Abbildung 47.1</a>): 
<ul>
<li>In einem <a name="ixa103412"><i>Remote-Interface</i></a> werden
eine oder mehrere Methoden definiert, die als aufrufbare Dienste anderen
Arbeitspl&auml;tzen zur Verf&uuml;gung gestellt werden sollen.
<li>Eine Serverklasse implementiert das Interface und erzeugt eine
oder mehrere Instanzen, die als <a name="ixa103413"><i>Remote-Objekte</i></a>
bezeichnet werden.
<li>Die Remote-Objekte werden bei einem <a name="ixa103414"><i>Namens-Service</i></a>
registriert, der von potentiellen Clients abgefragt werden kann. Mit
der <a name="ixa103415"><i>RMI-Registry</i></a> ist ein einfacher
Namens-Service bereits Bestandteil des RMI-Pakets.
<li>Clients beschaffen mit Hilfe der RMI-Registry Referenzen auf die
ben&ouml;tigten Objekte und rufen die gew&uuml;nschten Methoden auf.
Die beim Aufruf &uuml;bergebenen Parameter werden an das Remote-Objekt
&uuml;bertragen, und die passende Methode wird dort ausgef&uuml;hrt.
Der R&uuml;ckgabewert wird an den Client zur&uuml;ck&uuml;bertragen.
Die Referenzen auf die Remote-Objekte werden als <a name="ixa103416"><i>Remote-Referenzen</i></a>
bezeichnet.
</ul>
<p>
<a name="rmi1"></a>
<img src="images/RMI1.gif">
<p>

<p><i>
Abbildung 47.1: Prinzipielle Arbeitsweise von RMI</i></p>

<p>
RMI etabliert also eine Client-Server-Architektur zwischen lokalen
Java-Objekten und den von ihnen aufgerufenen Remote-Objekten. Die
eigentliche Kommunikation zwischen den Teilnehmern ist fast vollst&auml;ndig
unsichtbar. 

<p>
Die Rollen von Client und Server sind dabei keineswegs statisch festgelegt.
So kann ein Client durchaus Server-Funktionalit&auml;ten implementieren
oder ein Server kann zur Ausf&uuml;hrung eines Client-Calls die Hilfe
eines anderen Remote-Objekts in Anspruch nehmen. Eine interessante
Eigenschaft von RMI besteht auch darin, fehlenden Code dynamisch nachzuladen.
Ben&ouml;tigt beispielsweise ein Server zur Ausf&uuml;hrung eines
Auftrags eine bis dato unbekannte Klasse vom Client (die nat&uuml;rlich
ein ihm zur Compilezeit bekanntes Interface implementiert), so kann
er diese dynamisch vom Client laden und - dank der Plattformunabh&auml;ngigkeit
von Java - auf dem Server ausf&uuml;hren. 

<!-- Section -->

<a name="sectlevel3id047001002"></a>
<h3>47.1.2 Einzelheiten der Kommunikation </h3>

<p>
Bei der Kommunikation mit RMI hat der Client den Eindruck, Methoden
von Objekten aufzurufen, die auf dem Server liegen. In Wirklichkeit
liegen die Dinge nat&uuml;rlich etwas komplizierter, denn der Client
hat von der RMI-Registry lediglich ein <a name="ixa103417"><i>Stub</i></a>-Objekt
erhalten, und das Remote-Objekt hat den Server nicht wirklich verlassen.
Ein Stub ist eine Klasse, die - wie das implementierende Remote-Objekt
- das Remote-Interface implementiert und daher f&uuml;r den Client
als Platzhalter f&uuml;r den Zugriff auf das Remote-Objekt dient.

<p>
Der Stub kommuniziert &uuml;ber eine TCP-Verbindung mit dem als <a name="ixa103418"><i>Skeleton</i></a>
bezeichneten Gegenst&uuml;ck auf der Server-Seite. Das Skeleton kennt
das tats&auml;chliche Applikationsobjekt, leitet die Anfragen des
Stubs an dieses weiter und gibt den R&uuml;ckgabewert an ihn zur&uuml;ck.
Stub und Skeleton werden w&auml;hrend der Entwicklung mit Hilfe eines
Tools generiert und verbergen die komplizierten Details der Kommunikation
zwischen Server und Client. 
<p>
<a name="imageid047002"></a>
<img src="images/RMI2.gif">
<p>

<p><i>
Abbildung 47.2: Stubs und Skeletons</i></p>
<p>
<table border=0 cellspacing=0 cellpadding=0 width=100%>
<tr>
<td width=1 align=left valign=top bgcolor="#000077"><img src="trp1_1.gif"></td>
<td><img src="trp1_1.gif" width=2></td>
<td valign=top width=1000>

<p>
RMI verfolgt mit der Verteilung von Objekten im Netz einen &auml;hnlichen
Ansatz wie <a name="ixa103419"><i>CORBA</i></a> (die <i>Common Object
Request Broker Architecture</i>, siehe beispielsweise <a href="http://www.omg.org">http://www.omg.org</a>).
Da auch CORBA von Java sehr gut unterst&uuml;tzt wird, muss man sich
als Entwickler nat&uuml;rlich die Frage stellen, welche der beiden
Architekturen in einem entsprechenden Projekt die bessere Wahl ist.
F&uuml;r CORBA spricht die Vielzahl der verf&uuml;gbaren Implementierungen,
die gr&ouml;&szlig;ere Verbreitung und die Tatsache, dass neben Java
auch andere Programmiersprachen unterst&uuml;tzt werden (etwa C++).
Es ist daher ideal f&uuml;r heterogene Projekte, deren Gr&ouml;&szlig;e
eine gewisse kritische Masse &uuml;berschreiten. 

<p>
RMI ist dagegen einfacher zu erlernen, bietet dynamischen Code-Austausch,
erfordert keine zus&auml;tzlichen Lizenzen und kommt mit insgesamt
weniger Aufwand aus. F&uuml;r reine Java-Projekte k&ouml;nnte es sich
daher als geeignete Wahl erweisen. Seit der Version 1.3 unterst&uuml;tzt
das JDK die RMI-Kommunikation auch auf der Basis des CORBA-Protokolls
<a name="ixa103420"><i>IIOP</i></a> und erleichtert so die Integration
von RMI- und CORBA-Anwendungen.</td>
<td><img src="trp1_1.gif" width=2></td>
<td valign=top>
<table border=0 cellspacing=0 cellpadding=1 width=100% bgcolor="#000077">
<tr>
<td><font color="#FFFFFF">&nbsp;Hinweis&nbsp;</font></td>
</tr>
</table>
</td>
<td width=1 align=left valign=top bgcolor="#000077"><img src="trp1_1.gif"></td>
</tr>
</table>

<p>
Bei der Kommunikation zwischen Client und Server (wenn also der Client
eine Methode auf einem Remote-Objekt aufruft) sind drei Arten von
Datentypen zu unterscheiden: 
<ul>
<li>Werden beim Aufruf einer Methode primitive Datentypen &uuml;bergeben
oder zur&uuml;ckgegeben (<a href="index_i.html#ixb100244"><font color=#000080><tt>int</tt></font></a>,
<a href="index_c.html#ixb100215"><font color=#000080><tt>char</tt></font></a>,
<a href="index_b.html#ixb100072"><font color=#000080><tt>boolean</tt></font></a>,
usw.), werden sie wie gew&ouml;hnlich per Wert &uuml;bergeben (<i>call
by value</i>). In diesem Fall besteht also &uuml;berhaupt kein Unterschied
zu lokalen Java-Programmen.
<li>Lokale <i>Objekte</i> k&ouml;nnen dagegen nur dann als Parameter
oder R&uuml;ckgabewert verwendet werden, wenn sie serialisierbar sind.
Sie werden bei der &Uuml;bertragung kopiert und somit ebenfalls per
Wert &uuml;bergeben (siehe <a href="k100260.html#kapitelserialisierung">Kapitel 41</a>).
Viele Klassen des JDK, wie etwa <a href="index_s.html#ixb100117"><font color=#000080><tt>String</tt></font></a>,
<a href="index_c.html#ixb100557"><font color=#000080><tt>Calendar</tt></font></a>,
die numerischen Wrapper-Klassen oder die Collection-Klassen sind bereits
serialisierbar und k&ouml;nnen direkt verwendet werden. Eigene Klassen
m&uuml;ssen das Interface <a href="index_s.html#ixb100454"><font color=#000080><tt>Serializable</tt></font></a>
implementieren.
<li>Verweise auf Remote-Objekte, wie sie beispielsweise vom Namens-Service
zur&uuml;ckgegeben werden, haben dagegen Referenzcharakter und werden
wie gew&ouml;hnliche Objektreferenzen behandelt.
</ul>
<p>
<table border=0 cellspacing=0 cellpadding=0 width=100%>
<tr>
<td width=1 align=left valign=top bgcolor="#CC0000"><img src="trp1_1.gif"></td>
<td><img src="trp1_1.gif" width=1></td>
<td width=1 align=left valign=top bgcolor="#CC0000"><img src="trp1_1.gif"></td>
<td><img src="trp1_1.gif" width=2></td>
<td valign=top width=1000>

<p>
Objekte, die weder Remote-Referenzen noch serialisierbar sind, k&ouml;nnen
per RMI nicht ausgetauscht werden. Beispiele daf&uuml;r sind die Klassen
<a href="index_t.html#ixb100591"><font color=#000080><tt>Thread</tt></font></a>,
<a href="index_s.html#ixb100435"><font color=#000080><tt>System</tt></font></a>
oder <a href="index_r.html#ixb101016"><font color=#000080><tt>RandomAccessFile</tt></font></a>.
Derartige Objekte haben allerdings auch meist nur lokale Bedeutung,
und die &Uuml;bertragung an eine andere virtuelle Maschine macht wenig
Sinn.</td>
<td><img src="trp1_1.gif" width=2></td>
<td valign=top>
<table border=0 cellspacing=0 cellpadding=1 width=100% bgcolor="#CC0000">
<tr>
<td><font color="#FFFFFF">&nbsp;Warnung&nbsp;</font></td>
</tr>
</table>
</td>
<td width=1 align=left valign=top bgcolor="#CC0000"><img src="trp1_1.gif"></td>
</tr>
</table>
<hr>
<table border=0 cellpadding=0 cellspacing=1 width="100%">
<tr bgcolor="#EEFFCC">
<td width="7%" align=center bgcolor="#DDCC99"><a href="cover.html">&nbsp;Titel&nbsp;</a>
<td width="7%" align=center bgcolor="#DDCC99"><a href="k100003.html">&nbsp;Inhalt&nbsp;</a>
<td width="7%" align=center bgcolor="#DDCC99"><a href="search.html">&nbsp;Suchen&nbsp;</a>
<td width="7%" align=center bgcolor="#DDCC99"><a href="index.html">&nbsp;Index&nbsp;</a>
<td width="7%" align=center bgcolor="#DDCC99"><a href="../jdkdocs/index.html" onClick="this.href=getDocIndex()">&nbsp;DOC&nbsp;</a>
<td align="right">Handbuch der Java-Programmierung, 5. Auflage, Addison
Wesley, Version 5.0.1
<tr bgcolor="#EEFFCC">
<td width="7%" align=center bgcolor="#DDCC99"><a href="k100298.html">&nbsp;&lt;&lt;&nbsp;</a>
<td width="7%" align=center bgcolor="#DDCC99"><a href="k100298.html">&nbsp;&nbsp;&lt;&nbsp;&nbsp;</a>
<td width="7%" align=center bgcolor="#DDCC99"><a href="k100300.html">&nbsp;&nbsp;&gt;&nbsp;&nbsp;</a>
<td width="7%" align=center bgcolor="#DDCC99"><a href="k100302.html">&nbsp;&gt;&gt;&nbsp;</a>
<td width="7%" align=center bgcolor="#DDCC99"><a href="../jdkdocs/api/index.html" onClick="this.href=getApiIndex()">&nbsp;API&nbsp;</a>
<td align="right">&copy; 1998, 2007 Guido Kr&uuml;ger &amp; Thomas
Stark, <a href="http://www.javabuch.de">http://www.javabuch.de</a>
</table>
<a name="endofbody"></a>
</body>
</html>